Das Klavier - was ist das eigentlich für ein Instrument?

Was ist das für eine Frage? Die Antwort ist doch klar: Das akustische Klavier ist

  • ein Tasteninstrument wegen der Tasten, die wir drücken, um einen Ton zu erzeugen;
  • ein Saiteninstrument wegen den Saiten auf dem meist (Ausnahme Carbon-Resonanzboden von Steingraeber) hölzernen Klangkörper;
  • ein Schlaginstrument wegen der so genannten Hammermechanik im Inneren;
  • ein Akustikinstrument mit einem eigenen Klangkörper.

Wissen Sie, warum unser akustisches Klavier so heißt? Wo kommt der Name Klavier her? Der Name kommt von dem lateinischen Wort clavis, das übersetzt der Schlüssel heißt. Mh. Was hat unser Klavier mit einem Schlüssel zu tun? Als Schlüssel hat man die einzelne Taste bezeichnet, auf der ursprünglich sichtbar die Bezeichnung der Note stand, die man mit Betätigen der Taste spielte. Die Taste mit der Note war also der Schlüssel zur Musik. Folglich wurde die Klaviatur zum Schlüsselbrett, das im Englischen Keyboard heißt.

Worin besteht nun der Gewinn dieser informativen Kurzgeschichte? Sie haben recht. Eigentlich wussten wir ja schon vorher, dass unser Klavier ein Tasteninstrument ist. Aber jetzt wissen wir, dass man zur Zeit von Johann Sebastian Bach unter einem Clavier nicht etwa unser heute bekanntes Klavier gemeint hat. Das war zeitlich noch gar nicht möglich. Denn unser Hammerclavier wurde erst 1709 von Bartholomeo Cristofori entwickelt und Bach lebte von 1685 bis 1750. Was verstand also Bach dann unter Clavier, als er das für die Musikgeschichte bedeutende Werk des Wohltemperierten Claviers geschrieben hat? Die Bezeichnung Clavier stand damals für die Kategorie der Tasteninstrumente:

Das ist interessant. Aber hilft uns das jetzt weiter, wenn wir die konzeptionellen Anlagen unseres Klaviers verstehen wollen? Ja natürlich. Denn wenn man sich die 3 oben genannten Tasteninstrumente hinsichtlich der Differenzen ansieht, dann stellt man fest, dass der Unterschied darin besteht, dass am Ende der Taste diverse Mechanismen in wiederum teils verschiedenen Klangmedien zu jeweils einzigartigen Klangwelten führen.

In dieses Muster eines Tasteninstruments passt unser Klavier mit einem zum Clavichord und Cembalo identischen Klangkörper aus Holz und Saiten als Klangmedium. Aber in der Mechanik sowie dem darüber erzeugten Klang sowie der damals neuen Gestaltungsmöglichkeit der Lautstärke, nämlich von Piano bis Forte, hat es sich zu seinen Vorgängern unterschieden.

Aha. Wofür ist diese Einsicht wichtig? Betrachtet man die Gemeinsamkeit der Tasteninstrumente, dann muss man feststellen, dass über die Klaviatur ein komplexes Musizieren möglich ist. Man kann beidhändig, also mit 10 Fingern spielen. Dabei können alle Finger wechselweise oder auch gleichzeitig Töne erzeugen. Diese Komplexität löste bei Musikern ebenso wie bei den Entwicklern und Herstellern von Musikinstrumenten offensichtlich Begeisterung aus, wie die Verbreitung der Tasteninstrumente, insbesondere unseres akustischen Klaviers, zeigt. Aus der Sicht des Musik-Marketings bedeutet diese Erkenntnis: In der Option zum komplexeren Musizieren über eine Klaviatur bestand für Musiker ein konkreter Mehr-Wert. Man konnte nämlich nicht nur eine vielschichtigere Musik machen, sondern mit einem Tasteninstrument wurde man durch die Möglichkeit zur Mehrstimmigkeit unabhängig von anderen Musikern.

Memetik

Das MEM der Hersteller von Tasteninstrumenten

Tasteninstrumente zeichnen sich also vor allem durch die Klaviatur aus, die uns das 10-Finger-Spiel erlaubt. Doch am Ende der Tasten scheiden sich die Wege. Dort geht es mit unterschiedlichen Mechaniken und Klangmedien weiter. Die Intention zur Entwicklung der diversen Tasteninstrumente war in der Regel das Kopieren eines bereits vorhandenen Klangs eines manuell gespielten Musikinstruments. Dessen Klang-Muster versuchte man früher mit einer entsprechenden Mechanik zu kopieren und dem 10-Finger-Spiel zugänglich zu machen. Das ist quasi das MEM der Hersteller von Tasteninstrumenten, nämlich Klänge anderer Instrumente verfügbar und dem 10-Finger-Spiel zugänglich zu machen. Das ist genau genommen ein sehr aggressives MEM und wir werden später anhand eines neuen Musikinstruments darauf zurückkommen. In der Folge verdrängten viele dieser Tasteninstrumente die mit der Hand ohne Umweg über eine Mechanik zu spielenden Originale oder auch Tasteninstrumente als Vorläufer:

  • Das Cembalo imitierte und verdrängte die Laute.
  • Die Orgel imitierte die Blasinstrumente und wurde zum bevorzugten Instrument der Kirchenmusik.
  • Das Klavier imitierte das Hackbrett. Nach 1850 - in dem Zeitraum der für das Pianoforte bedeutendsten Fortschritte, als sich Europa in der Phase der Nationenbildung befand und hierzulande die Deutsche Revolution stattfand, die letztlich 1848 zum Ende des Mittelalters in Deutschland und 1871 doch noch zum Ziel, nämlich einer Demokratischen Staatsform führte - verdrängte das Pianoforte das Cembalo und Clavichord.

Genau genommen gibt es nur ein einziges Tasteninstrument mit einem eigenen Klangmuster, nämlich das Clavichord. Bei diesem konnte man den Ton auch noch nach dem Anschlagen/Berühren der Saite beeinflussen. Das heißt, bei dieser frühen Entwicklung eines Tasteninstruments waren bereits Stilmittel des musikalischen Ausdrucks wie ein Vibrato sowie das Anheben der Tonhöhe, also die Intonation, möglich. Sie finden auf der folgenden Seite ein Video des Clavichords.

Springen wir nun zu den elektrischen Pianos, dann stellen wir fest, dass die Gemeinsamkeit der Tasten und somit die Möglichkeit zum komplexen Musizieren geblieben ist. Neu ist lediglich, dass man nun nicht mehr mechanisch den Ton erzeugt, sondern elektronisch. Was ist schlimm daran? Eigentlich nichts. Doch Aussagen mit einem eigentlich haben immer eine Hintertür. Verändert hat sich mit der elektronischen Klangsynthese natürlich die Spielart. Das hat man jahrzehntelang einfach hingenommen. Erst seit kurzem beginnen die Hersteller digitaler Tasteninstrumente gezielt den Wettbewerb mit den Klavierbauern zu suchen. Das kann man gerade in dem Bemühen der Verbesserung der Spielart ablesen, denn es werden genau genommen Mehr-Wert-Eigenschaften des Akustikpianos in das Digitalpiano integriert. Das steigt in der Wertigkeit aufgrund dieser Mehr-Wert-Eigenschaften vom Digitalpiano auf in die neue Kategorie des Digitalen Hybrid-Pianos. Doch anstatt dass sich die Hersteller der Akustikpianos einem Wettbewerb um Mehr-Werte für den Kunden stellen, sitzen die Klavierhersteller den Wettbewerb mit der Behauptung aus, dass ja ihr Instrument die bessere Klang-Qualität hätte − als plötzlich ein neuartiges Piano auf den Markt erschien, mit dem man ausgerechnet diesen besseren Klavierklang einfach abschalten kann: Das Silent-Piano.

Die Stummschaltung für das Akustikpiano

Das erste erfolgreiche Hybrid-Piano erfand der englische Klavierhersteller Kemble: Das Silent Piano. In dieser Variante wurde der akustische Klang stumm und somit abgeschaltet und durch den elektronischen Klang via Kopfhörer ersetzt. Im Zusammenhang mit den zeitgemäßen Veränderungen der Sensibilität gegenüber Lärm und somit gegenüber der so genannten Lautstärke kann man dies als einen Fortschritt interpretieren, da man so auch in einer lärmsensiblen Umgebung weiterhin Piano spielen konnte. Diese Entwicklung fand das Interesse von Yamaha. Die Japaner vermarkteten das Konzept erfolgreich. Man sagt, dass rund 20 Prozent der Yamaha-Pianos mit integrierter Elektronik nachgefragt würden. Daher ist nachvollziehbar, dass Yamaha die Silent-Technologie auf zahlreiche andere Instrumentengruppen übertragen hat.

TransAcoustic - Zwei Klangwelten vereinen sich

Das erste zumindest im Ansatz vollwertige Hybrid-Piano kam aus Japan. Es trägt den schönen Namen TransAcoustic-Piano. Es brachte den Fortschritt, dass man nun digitale Sounds und akustischen Klang auch gleichzeitig nutzen konnte. Als technische Besonderheit enthält das TransAcoustic-Piano so genannte Transducer, also Digital-Analog-Wandler, die auf dem Resonanzboden positioniert sind. Das heißt, der digitale Sound wird nicht über Lautsprecher sondern über den Klangkörper des akustischen Instruments abgestrahlt und dabei im Klangcharakter natürlich eingefärbt. Beste Voraussetzungen also, dass zwei Klangwelten zusammenfinden können, die bislang wegen der bereits beschriebenen qualitativen Unterschiede nicht zusammengepasst haben. Als vollwertig würde ich diese Version bezeichnen, da sie über zwei Klangquellen verfügt. Der Wert des TransAcoustic-Pianos wird erheblich dadurch geschmälert, dass der Hersteller Yamaha die Käufer bei den mitgelieferten digitalen Sounds und Möglichkeiten mit einer Qualität und Quantität abspeist, wie man es in einem günstigen Keyboard angeboten bekommt: Im TransAcoustic-Piano von Yamaha steckt lediglich General MIDI, und das heißt, 128 Standard-Instrumente oder anders formuliert 128 Standard-Sounds. Daraus muss man schließen: Yamaha verfolgt diesen Weg nicht wirklich ernsthaft. Die Japaner haben offensichtlich kein Interesse, dieses Segment forciert zu entwickeln. Daher lohnt es sich, die Konzernstrategie Yamahas genauer zu betrachten.

Der Transducer ist im Bemühen um die Verbindung der akustischen und digitalen Klangwelten ein wichtiges Element. Wie man in Foren lesen kann, wurde der Transducer jedoch nicht von Yamaha sondern erstmals von Kawai eingesetzt. Yamaha konnte das Element also wieder einmal erfolgreicher vermarkten als seine Mitbewerber und kassiert nebenbei den Anschein, der Innovator zu sein.

Die digitalen Hybrid-Pianos

Inzwischen haben die Hersteller von Digitalpianos das Thema des Hybrid-Pianos für sich entdeckt. Hier steckt Mehr-Wert-Potenzial drin. Sie verfolgen die Strategie, die von uns positiv erlebten Eigenschaften des akustischen Pianos in das Digitalpiano zu integrieren. Dabei geht es im Wesentlichen um die Haptik und somit um das Spielgefühl. Das wird im Vergleich zu einer schlichten Keyboard-Klaviatur verbessert, indem man eine mehr oder weniger angepasste Mechanik in das Digitalpiano einbaut. Also eine Art Mechanikattrappe, die lediglich den Sinn hat, beim Drücken der Tasten ein zum Original identisches Kraftmuster zu erzeugen, das in der Wahrnehmung der Hersteller von Digitalpianos das Kriterium des guten Spielgefühls erfüllt.

Die in der Masse vom Markt akzeptierte Preisspanne liegt zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Das betrifft zum Beispiel die Angebote von Kawai. Bessere Digitalpianos kosten über 3.000 Euro und das auf der Eingangsseite vorgestellte Grand-Hybrid von Casio kostet über 5.000 Euro. Wenn ich Ihnen nun das beste Digitalpiano vorstelle, dann lässt sich das bereits am Preis eindeutig ablesen: Das Modell Studio von Alpha Pianos GmbH soll je nach Ausstattung laut Angabe des Herstellers 22.000 - 35.000 Euro kosten. Die aktuelle Preisentwicklung überschreitet diese Vorgabe jedoch deutlich, wie Sie auf der Seite unten lesen werden.

Digital-Hybrid-Digital

Studio von Alpha-Pianos - das beste digitale Hybrid-Piano

Ist das Modell Studio die hohe Preisspanne von 22.000 - 35.000 Euro je nach Ausstattung wert? Ein klares Jein! Was zeichnet das Studio aus? Das fängt beim Äußeren an, denn es ist im hochwertigen Porsche-Design verpackt. Und es ist tatäschlich bis ins Detail durchdacht. So kann man die Höhe per Knopfdruck anpassen. Das heißt, man kann das Alpha-Piano zum Beispiel im Stehen als Stagepiano spielen. Für Kinder kann man die Höhe des Spieltisches zur Größe der Heranwachsenden stufenlos anpassen. Das heißt, Kinder müssen am Alpha-Piano nicht mehr die Sitzhöhe an die fixe Klaviatur anpassen, sondern können mit den Füßen auf dem Boden bleiben, da die Klaviatur auf die zu den Armen und Händen passende Höhe eingestellt werden kann. Beste Voraussetzungen für das Bedienen der Pedale schon in jungen Jahren! Und was bietet das Innenleben?

Das Modell Studio bietet eine echte Flügelmechanik - inklusive echter Filzhammerköpfe. Während alle anderen Hersteller digitaler Hybridlösungen mit physikalischen Mechaniken die Geschwindigkeit der Tasten- oder der Hammerbewegung messen, ist im Alpha-Piano ein speziell entwickelter Sensor für die Messung der Auftreffenergie des Hammers auf dem Zielmedium verantwortlich. Dieser Vorgang ist identisch zum akustischen Instrument mit Saiten als Klangmedium, nur dass im Studio dafür elastische Zungen aus Kunststoff einen zu Saiten identischen Widerstand bieten. Das Spielgefühl ist somit zu 100 Prozent identisch! Wie steht es nun mit der Klangqualität?

Den besten Klavierklang gesteht man Bösendorfer und hier dem Modell Imperial zu. Das erklärt sich aus der Tatsache, dass der Imperial 8 volle Oktaven, also 97 anstelle von 88 Tasten bietet. Damit verbunden ist ein größerer Resonanzboden, also mehr Klangkörper. Diesen Superklang hat man in der Vienna Symphonic Library gesampelt. Dieses Sample ist die Quelle für den Klang im Modell Studio. Dafür hat man einen Speicherplatz von rund 50 Gigabyte reserviert. Zum Vergleich: Ein normales Digitalpiano hat 1 Gigabyte Speicher für die Sounds! Aber was ist nun am Modell Studio eigentlich hybrid? Der Klang wird doch ausschließlich digital erzeugt. Das ist richtig. Aber die Kategorie Hybrid bezieht sich hier auf die Integration einer analogen Flügelmechanik in das digitale Instrument. Das Muster dieser Variante lautet: Analog(e Mechanik) + Digital(er Klang) = Hybrid.

An dieser Stelle lohnt es sich bewusst zu machen, dass man bei den digitalen Hybriden die höchste Qualität mit den aus dem akustischen Piano identischen Elementen erreicht. Warum also geht man nun den Weg der Entwicklung hin zum digitalen Hybrid-Piano? Was gibt es dort für lohnenswerte Ziele zu erreichen? Sparen ist das eine Ziel, das sich rechnet. Man spart beim Studio im Vergleich zu einem Flügel Raum. Darüber hinaus gibt es kaum Verschleiß. Es muss also in der Mechanik nichts nachreguliert werden. Ferner entfällt die Intonation und natürlich das Stimmen. Mit einem Wort: Das Modell Studio von Alpha Pianos ist servicefrei und somit weitgehend ohne Folgekosten, sieht man einmal vom Stromverbrauch ab. Autark zu sein, also keinen Service zu benötigen ist ein wichtiger Aspekt in der nahen Zukunft des Klavierspiels, da die Klavierstimmer aussterben. Zwar kann es sein, dass größere Städte weiterhin Service bekommen, dass Spitzenmusiker von Herstellern unterstützt werden. Aber in der Breite wird der Service nicht mehr verfügbar sein. Außerdem ist zu vermuten, dass die Qualität des verfügbaren Service noch weiter abnehmen wird, als das jetzt schon der Fall ist.

Sparen ist also eine legitimer Grund, um etwas zu entwickeln, zu verändern. Doch wenn das alles ist, dann ist der Gewinn eher bescheiden. Seit der Nullzins-Politik sowie unter dem Damokles-Schwert von Negativ-Zinsen für Guthaben auf dem Konto, ist Sparen mittlerweile negativ besetzt. Wir erinnern uns, dass sich die Klavierindustrie mindestens seit dem Zweiten Weltkrieg durch Einsparungen an der Qualität der Pianos (Stichworte Kleinklavier, maschinell produzierter und anschließend getränkter Hammerfilz als Grundlage für den Brillanten Klang, Produktionsauslagerung in Billiglohnländer,...) zu Tode gespart hat. Daher drängt sich die Frage förmlich auf, wo denn bitte die möglichen Mehrwerte einer Entwicklung im Sinne von Neuerung liegen? Nun, ganz klar bietet das Digitale gegenüber dem Analogen mehr Möglichkeiten. Das ist zum einen die Gestaltung der Musik mittels vielfältiger Sounds. Und für Tasteninstrumente ganz neu hinzugekommen ist die Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten über Effekte, auf die ich später noch ausführlich eingehen werde. Doch diese Mehrwert-Eigenschaften findet man bislang nicht im Alpha-Piano, was jedoch die großartige Leistung der gefundenen mechatronischen Lösung der Tonerzeugung nicht mindert. Die Knöpfe links und rechts der Klaviatur für verschiedene Einstellungen empfinden nur die als eine Erweiterung ihrer Möglichkeiten, die bislang wie mit Scheuklappen ausschließlich am Klavier unterwegs waren. Alle anderen, die schon längst links und rechts geschaut und gehört haben, wundern sich dagegen, über den doch sehr bescheidenen Rahmen der Gestaltungswerkzeuge. Warum ist das so? Das Team von Alpha-Pianos hat sich bewusst als Zielgruppe den Profi-Bereich ausgesucht. Für Pianisten und insbesondere für Musikhochschulen ist die Einsparung allein beim Stimmen schon immens. Das wird nachvollziehbar, wenn man weiß, dass zumindest Musikhochschulen alle 14 Tage (!) die Pianos stimmen lassen, die nur durch das intensive Spielen in dem kurzen Zeitraum verstimmt sind. Und wie ich von meinen Konzertdiensten berichten kann, ist das Una-Corda-Pedal am Flügel aus Sicht der Stimmhaltung eine suboptimale Lösung, da es bei intensivem Einsatz dazu führt, dass sich schon innerhalb einer Konzert-Halbzeit die aus mehreren Saiten bestehenden Einzeltöne in sich verstimmen, worunter die Performance des Künstlers leidet, und das heißt, es geht letztendlich auf Kosten des Eintritt zahlenden Publikums. Was hat die Klavierindustrie bislang dazu beigetragen, dieses Problem zu vermeiden? Kaum etwas. Lediglich Steingraeber und Fazioli haben ein Pedal als Sonderausstattung entwickelt, das zusätzlich oder alternativ das Verkürzen des Hammerwegs anbietet, um die Lautstärke reduzieren bzw. bestimmte Eigenschaften der Spielart quasi über einen technischen Trick optimieren zu können. Man bemerke: Um das Pedal bei Fazioli zu bekommen, muss ich einen 308 cm langen Flügel kaufen. Im Gegensatz zu Steingraeber können Sie bei Fazioli diese Sonderausstattung nicht zu jedem Modell zusätzlich bestellen! Das ist ein Beispiel mit offensichtlichem Optimierungsbedarf aus der Welt des Akustikpianos, den die Klavierindustrie über die ausreichend lange Zeit von über 150 Jahren nicht genutzt hat - und sie hat sich auch nicht darum bemüht, seitdem die Konkurrenz mit den digitalen Alternativen absehbar ist...

Alpha-Pian Preis 2018 45990.- Euro

Seit August 2017 ist das Alpha-Piano bereits im Handel. Das Neue praktisch auszuprobieren ist besser, als nur davon zu hören oder zu lesen. Die eigene Erfahrung zählt. Wir lesen in dem Screenshot, dass das Alpha-Piano fast genau 100% teurer ist als angekündigt, wenn man den gewährten Rabatt von rund 3.000.- Euro zum Kaufpreis addiert. Das überrascht. Denn es handelt sich hier ja um kein Projekt der öffentlichen Hand, sondern eines Unternehmens. Hat man dort keinen Überblick? Oder handelt es sich um die willkürliche Preisgestaltung eines Händlers, der sonst für Niedrigstpreise bekannt ist? Beides ist unwahrscheinlich. Es muss also das folgende Szenario die Grundlage für den neu kalkulierten Preis sein: Vor dem Hintergrund des aussterbenden Klavierservice und der somit zu erwartenden Entwicklung der Servicekosten in der nahen Zukunft ergibt sich für die digitale Variante des Hybridpianos eine geradezu rasante Wertsteigerung! Den Liebhabern von Akustikpianos stehen teure Zeiten bevor. Die sich verdichtenden Anzeichen dafür sind somit ein weiterer guter Grund, sich vorausschauend und somit vorsorgend über ein Praktikum Selberstimmen dauerhaft um eine vergleichsweise äußerst günstige Lösung des Problems zu bemühen! Denn die Häufigkeit der Stimmung von Akustikpianos wird aufgrund des konkret erlebbaren immer extremeren Klimas auch in unseren Regionen in Zentraleuropa weiter ansteigen.