Die Schlüsseltechnologie

Am Ende der vorhergehenden Seite über die Chancen der neuen Kategorie im Klavierbau, dem Hybrid-Piano, stand die Frage: Was könnte der nächste Entwicklungsschritt sein? Um auf dem freien Markt erfolgreich bestehen zu können, muss man die Schlüsseltechnologie einer Branche beherrschen und immer wieder zeitgemäß optimieren. Die Frage nach dem nächsten Entwicklungsschritt bezieht sich daher auf diese Technologie. Doch was ist eigentlich die Schlüsseltechnologie der Klavierbauer? Bevor ich Ihnen diese Frage beantworte, lassen Sie uns gemeinsam einige scheinbar ganz selbstverständliche Begriffe klären. Damit verbunden öffnet sich für uns eine neue Sicht der Dinge, die unsere Einstellung gegenüber weiteren, bereits stattfindenden Entwicklungen positiv beeinflussen wird.

Zum Seitenanfang Eine neue Perspektive auf die uns längst bekannte Welt

Eine neue Sicht der Dinge

Sicher haben Sie für die folgenden Begriffe auf den ersten Blick eine ziemlich genaue Definition. Daher wird Sie meine Deutung erst einmal überraschen. Aus dem Zusammenhang erklärt sich etwas später der Ansatz:

  • Was ist ein Klavier? Zur Zeit Johann Sebastian Bachs war das Klavier der Oberbegriff für die Kategorie der Tasteninstrumente. Das leitet sich vom ursprünglichen Namen clavis = der Schlüssel ab, der eigentlich die Taste als Schlüssel zur Musik meinte, da ursprünglich auf der Taste auch die dazu gehörende Note vermerkt war.
  • Was ist ein Klavierbauer? Klavierhersteller sind entsprechend der vorhergehenden Definition des Klaviers Tasteninstrumentehersteller.
  • Was ist eine Klaviatur? Entsprechend der Übersetzung clavis = der Schlüssel als Bezeichnung für eine Taste, ist die Klaviatur ein Schlüsselbrett. Allgemein betrachtet handelt es sich um eine bestimmte Bedienoberfläche bestehend aus Tasten in ihrer Funktion als Hebel zwischen Finger und Hammermechanik, die wie eine Wippe funktionieren. Die Struktur orientiert sich an Halbtonschritten innerhalb der Oktave. Das Muster der Oktaven wiederholt sich über den gesamten Tonbereich.
  • Was treibt die Entwicklungen im Klavierbau beziehungsweise die Klavierbauer an? Es muss ein so genanntes Mem sein, das die Hersteller motiviert, ein Ideal anzustreben. Doch wie lautet das Mem? Es handelt sich um die Idee, dass nämlich Tasteninstrumente die besseren Instrumente sind. Besser? In welcher Hinsicht sollen Instrumente mit Tasten besser sein? Besser als was? Nun die Klaviatur ermöglicht eine sehr komplexe Spielweise. Uns Menschen zeichnet die besondere Fähigkeit aus, 10 Finger gleichzeitig und voneinander getrennt einsetzen zu können. Diese Besonderheit ist Ausdruck der so genannten Motorischen Intelligenz. Die Motorische Intelligenz betrifft die Fertigkeiten der Hand sowie des Sprachwerkzeugs des Menschen. In beiden Faktoren unterscheiden wir uns trotz relativ gleichen Umfangs an Genen wesentlich von den Affen als unseren nächsten Artverwandten. Aus der Sicht der Evolution ist die Motorische Intelligenz (gemeinsam mit der Empathie als Voraussetzung für die Orientierung am Miteinander) somit der Schlüssel für die anders nicht nachvollziehbare Entwicklung des Menschen in einem vergleichsweise relativ kurzen Zeitraum. Bevor wir gemeinsam auf die Motivation zur Entwicklung von Tasteninstrumenten weiter eingehen, lassen Sie uns erst einmal Ihre Einwände ansehen, die sich bis hierher bei Ihnen angemeldet haben.
Zum Seitenanfang Ist das alles logisch und schlüssig?

Moment mal...

Möglicherweise hat Sie die Neuigkeit über die Memetik als Grundlage der menschlichen Kultur sowie als Gegenstück zur Genetik überrascht. Daher haben Sie mit Ihrem Einwand gezögert. Doch jetzt bricht es aus Ihnen heraus:

Aber am Ende der Taste geht es zum Beispiel bei einem Klavier völlig anders weiter als bei einem Cembalo oder einer Orgel. Das sind doch total verschiedenartige Baustellen, die sich da eröffnen. Die klangliche Differenz kann jeder deutlich hören, denn da passieren physikalisch lauter unterschiedliche Mechanismen. Es hat wohl seinen guten Grund, wenn es für Klavier- und Orgelbauer keine einheitliche Ausbildung gibt!

Da haben Sie schon recht. Die Gemeinsamkeit zwischen diesen Instrumenten mit unterschiedlichen Klängen sind die Tasten sowie die identische Struktur der Klaviatur, die man den Klaviatur-Form-Faktor nennen könnte. Die Taste selbst ist ja nur ein Hebel. Geschickt eingesetzt wird daraus eine Wippe, so dass die Taste nach dem Herunterdrücken wieder alleine in die Ausgangsposition zurückkehrt. Aber die Tastenbewegung erzeugt noch keine Musik. Der Mechanismus am Ende der Taste sowie das Medium der Klangerzeugung lassen daraus erst ein Musikwerkzeug werden. Die Taste steht zwischen unseren Fingern und dem Medium, über das wir Klänge und Töne erzeugen. Im Unterschied dazu bedienen wir Blasinstrumente immer und Saiteninstrumente häufig ohne einen solchen Umweg. Die Saiten wurden zuerst mit den Fingern gezupft, bevor sie später mit Klöppeln angeschlagen oder mittels Bogen gestrichen und somit indirekt bearbeitet wurden. Die Taste war eigentlich noch kein großer Erfindungsschritt, da es sich ja um einen Hebel handelt, der längst erfunden war, bevor man ihn für Musikinstrumente entdeckte. Neu war jedoch die Struktur der Klaviatur sowie der Name der Taste, die vom lateinischen Begriff tasto = das Werkzeug zum Tasten stammt. Nach der Erfindung der Klaviatur ging es somit bei den unterschiedlichen Tasteninstrumenten, die im Lauf der Zeit entstanden sind, um die bloße Wiederholung des bereits bekannten Konzepts. Die eigentlichen Neuerungen bezogen sich auf das Klangmedium sowie den Mechanismus, mit dem dieses Medium zum Klingen gebracht wird.

Zusammengefasst bedeuten diese Ausführungen, dass die Klaviatur das gemeinsame Konzept der Bedienoberfläche der Tasteninstrumente ist. Das Muster des Klaviatur-Form-Faktors hat sich von den akustischen Tasteninstrumenten kommend bei den elektronischen Tasteninstrumenten fortgesetzt.

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Die Intention zur Entwicklung unterschiedlicher Klangerzeuger

Wie schon oben angedeutet ist die Frage noch nicht vollständig geklärt, welche Idee hinter der Entwicklung von Tasteninstrumenten steht.

Einerseits ging es darum, dem Potenzial der 10-Finger-Spieltechnik einen Ansatzpunkt zu bieten. Bei der Entwicklung der unterschiedlichen Klangerzeuger in Verbindung mit der Klaviatur ging es mit Sicherheit darum, bereits bekannte Klänge und somit bereits existierende Instrumente nachzuahmen. Es wurden also bei der Orgel Klänge von Bläsern mittels Pfeifen imitiert. Das Cembalo erzeugte Klangmuster von gezupften Saiten, die der Laute ähnlich waren. Das Klavier, also eigentlich das Hammer-Klavier war eine Nachbildung des beidhändigen Klöppelns eines Hackbrettspielers. Unter anderem Leonardo da Vinci konstruierte ein so genanntes Streichklavier, bei dem die Saiten mittels Rädern anstelle eines Bogens gestrichen werden.

Bekannte Klangmuster dem 10-Finger-Spiel zugänglich zu machen, bedeutet, komplexere Spielweisen zu ermöglichen. Somit war jeder Tasteninstrumentehersteller von der Idee beseelt, ein besseres Streichklavier (hat sich nicht durchgesetzt), ein besseres Lautenklavier (Cembalo), ein besseres Trompeten-Posaunen-Tuba-Fabott-Klarinetten-Klavier (Orgel) entwickeln und bauen zu wollen. Das bedeutet: Man war angetrieben von dem Wunsch, ein besseres Musikwerkzeug als es die bereits vorhandenen Instrumente zu konstruieren. Um das zu erreichen, setzte man im Bau von Musikinstrumenten das Bedienkonzept einer Klaviatur ein. Diese neuartigen Varianten bekannter Instrumente unterlagen nicht dem Makel, eine schlichte Kopie zu sein, sondern sie waren aufgrund der Kombination aus der Klaviatur als Bedienoberfläche sowie bestehend aus teils ganz neuen Techniken zur Erzeugung der bereits bekannten Klangmuster mehrwertige Innovationen.

Zum Seitenanfang Wer bestimmt eigentlich, wohin sich die Musik entwickelt?

Mangelnder Einfluss der Musiker auf die Instrumentenhersteller

Der zuletzt erwähnte innovative Mehrwert, nämlich mit bekannten Klangmustern über die 10-Finger-Technik komplexer zu spielen, beeinflusste die Entwicklung der Musik nachhaltig. Das lässt sich vor allem an der Geschichte des Pianos nachvollziehen. Hier ging die Entwicklung sogar soweit, dass sich in der Klassik die Form der Konzerte weg vom Orchester hin zum Klavier als Solokonzert veränderte. Damit verbunden war schon seit Johann Sebastian Bach seitens der Komponisten genau genommen ein Angriff auf die Violine als Melodieinstrument im Gange, der durch die Entwicklung dieser Musikinstrumente mit einer komplexeren Spielweise begünstigt wurde. Die Komplexität der Spielweise am Piano scheint gegenüber den Handicaps des Klaviers, nämlich

  • lediglich mit einer Art Kompromiss-Stimmung spielen zu können, sowie
  • weder zur Intonation
  • noch zu Effekten wie zum Beispiel einem Vibrato

imstande zu sein, wesentlich höher bewertet worden zu sein. Diese Schlussfolgerung drängt sich förmlich auf, da die Nachteile nie offen als Einschränkungen angesprochen worden sind. Meiner Einschätzung nach kam es mangels einer Diskussion zu der Fehlentwicklung zu Gunsten der Lautstärke eines Instruments, das man witzigerweise Piano nennt. Zwar könnte man sich darauf berufen, dass bestimmte technische Lösungen trotz aller Fortschritte des Industriezeitalters noch nicht möglich waren. Doch dieser Versuch, die Diskussion durch die Hintertür zu verlassen, scheitert aufgrund der bereits oben erwähnten Konstruktion eines Streichklaviers von Leonardo da Vinci. Selbstverständlich fühlte sich das Universalgenie dem Mem des Besser-sein-Wollens verpflichtet, denn er versuchte,

  • die komplexere Spielweise (mittels Klaviatur)
  • mit einem (für die damals bekannten Klaviere) neuen Klangmuster sowie
  • dem Effekt der Intonation

als Gestaltungsmittel des musikalischen Ausdrucks zu verbinden. Leonardo da Vinci orientierte sich folglich bei seinem Bemühen um eine technische Lösung an den höchsten Ansprüchen der Musiker - und wie die spätere Realisierung seiner Konstruktion zeigt, hat er sein hohes Ziel erreicht! Um eine Umkehrung der am Anfang dieses Kaptitels aufgezeigten Fehlentwicklung beim Piano einzuleiten, brauchte es erst einige wache und mutige Geister, die auf die Schattenseite des scheinbar perfekten Pianofortes aufmerksam gemacht haben. Vergessen wir nicht, dass wir uns mit der Hochzeit des Klaviers gleichzeitig in der Hochzeit des Industriezeitalters befanden. Die Produzenten gaben den Ton an. Sich gegen den Mainstream zu stellen, hätte folglich einem Aufstand entsprochen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich erst relativ spät der bereits verstorbene Pianist Friedrich Gulda zu Wort gemeldet hat. Von weiteren Menschen, die sich nicht mit dem Ist-Stand abgefunden haben, werde ich Ihnen später noch berichten.

Zum Seitenanfang Negative Meme blockieren Entwicklung

Hat das Klavier seinen Höhepunkt überschritten?

Wie schon beschrieben, kamen die Erfinder des Hybrid-Pianos eigentlich aus Deutschland. Verschiedene Faktoren verhinderten jedoch den Erfolg. Man könnte sagen, die Zeit war noch nicht reif. Doch reine Klavierbauer sind mit Ausnahme von Steinway im Marketing nicht sehr geschickt. Das Hybrid-Piano wurde in der Version des Silent-Pianos folglich später noch einmal in England bei Kemble erfunden, von Yamaha mit dem mutigen Blick für zukünftige Entwicklungen entdeckt und in die eigene Produktion integriert. Daher gibt es heute von Yamaha eine Vielzahl von Instrumenten mit Silent-Funktion (ab 1993), was bei den davon betroffenen Musikern jedoch kaum bekannt ist:

In Kundengesprächen erlebe ich immer wieder, dass Musiker aufgrund dieser Nachricht überrascht und erfreut zugleich sind, denn die Silent-Funktion bietet ja die zeitgemäße Lösung für die aktuellen Lebensbedingungen in hellhörigen Mietwohnungen mit einer immer geringer werdenden Toleranz gegenüber dem Geräuschpegel des Nachbarn. Dass diese Leistungen so wenig bekannt sind, ist wiederum ein Hinweis auf ein unvollständiges Marketing, nämlich konkret eine zu geringe Öffentlichkeitsarbeit.

Die zeitgemäßen Möglichkeiten nahmen Einfluss auf die Entwicklung der Musikinstrumente. Seitdem jedoch das Entwicklungspotenzial zunehmend von der Elektronik und heute von der Digitalisierung betroffen ist, gab es seitens der traditionellen Klavierbauer eine Art konzertierte Verweigerungshaltung. Auch das ist ein Mem, jedoch hinsichtlich der Zukunftstauglichkeit ein sich selbst eliminierendes Mem, wie die aktuelle Entwicklung der Klavierbauer in dramatischen Zahlen zeigt. Ein Umsatzrückgang von 70 Prozent wird mit stoischer Ruhe ertragen. Insolvenzen wurden zum Normalfall. Feindliche Übernahmen deutscher Firmen wie zuletzt 2008 von Wilhelm Steinberg (Eisenberg, Thüringen) durch asiatische Konkurrenten (in diesem Fall die Parsons Music Group) werden nicht als solche benannt. Die chinesische Parsons Music Group mit Sitz in Hongkong hat übrigens 2015 Teile von Grotrian-Steinweg übernommen und rühmt sich auf der eigenen Homepage, auch in Deutschland eine Klavierfabrik zu besitzen. Diese von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkte Entwicklung erlebt aktuell ihren Höhenpunkt, denn man verkauft sich bereits ohne wirtschaftliche Not an die ehemaligen Mitbewerber! Das sind nicht nur Zeugnisse mangelnden Geistes sondern nicht mehr zu überbietende Beweise dafür, wie es in Wahrheit um unsere Kultur steht, wenn sich konkret das im Familienbesitz befindliche deutsche Unternehmen Wilhem Schimmel aus Braunschweig zum Jahresanfang 2016 an den größten chinesischen Klavierhersteller, die Pearl River Piano Group, verkaufte.

Wie ich in mehreren Blogs über die aktuellen Entwicklungen aufgezeigt habe, besteht für die uns bislang bekannte Vorstellung von den Klavierbauern dringend die Notwendigkeit, sich der Integration der zeitgemäßen Möglichkeiten zu stellen, wenn man den Niedergang des Klaviers verhindern will. Wir stehen vor einem dramatischen Wandel der Kultur,

  • wenn nämlich unsere Musikkultur der Klassik von Asien übernommen wird, was schon längst im Gange ist. Warum nennt das eigentlich niemand eine Feindliche Übernahme?! In dem Zusammenhang sollten wir dringend die Musik-Wettbewerbe aufgeben, denn wir werden gegenüber den Musikern aus Asien dauerhaft die Verlierer sein. Dieser Trend ist eindeutig, denn schon heute fallen bei Prüfungen an den deutschen Musikhochschulen die deutschen und nicht die asiatischen Studenten durch, ohne dass sich daran die Leitungen der Hochschulen für Musik stören und man sich um Korrekturen im System bemüht. Das ist aber eindeutig ein Systemfehler!
  • Den neuen Märkten folgend: Die Klavierhersteller aus Deutschland orientieren sich bereits eindeutig und mehrheitlich an diesem Trend hin zu Asien.
  • Systemische Veränderung der Prioriäten der Gymnasiasten: Das Schulsystem G8 trägt wesentlich zu einem Rückgang der Klavierschüler sowie zum Rückgang von Teilnehmern beim Nachwuchs-Wettbewerb Jugend musiziert zumindest bei den älteren Jahrgängen bei.
  • Einsparpotenzial in der Kultur: Die Angriffe der Politik, Professuren an Musikhochschulen mangels Nachfrage an Berufsmusikern kürzen zu wollen, sowie die Schließung beziehungsweise Zusammenlegung von klassischen Orchestern, um dem Argument fehlender Stellen für Berufsmusiker Nachdruck zu verleihen, hinterlassen ihre Spuren im Bewusstsein der Öffentlichkeit. In der Nebenwirkung verliert die Klassik an Prestige und Wert.
  • Wenn es keine Klavierstimmer mehr gibt: Dem gegen die eigene Kultur gerichteten Trend folgt sogar der Klavierservice, der am Aussterben ist, und diesen Prozess durch Serviceverweigerungen derzeit noch beschleunigt.

Die hier genannten Fakten werden von allen Beteiligten in der Regel lediglich beschönigt beziehungsweise wie das Aussterben des Klavierservice einfach ignoriert.

Zum Seitenanfang Das einzig Beständige ist die ständige Veränderung

Aktuell dominiert der Trend der Digitaliserung mit allen Konsequenzen (Robotik, Künstliche Intelligenz, Maschinenlernen, Internet der Dinge, 3D-Druck). Die Chips der Computer und damit verbunden die Leistungsfähigkeit unserer PCs haben sich derart verbessert, dass die bislang gültige Behauptung, dass nämlich der akustische Klang dem digital erzeugten Klang überlegen ist, nicht mehr zutrifft. Auf der Basis dieser für manchen neuen Einsicht wurde als die aktuell letzte Stufe des Hybrid-Pianos das TransAcoustic-Piano entwickelt.

Mit der Digitalisierung entwickelt sich die Sensorik, das heißt die Daten-Erfassung als erste Stufe der Umrechnung von analogen Daten in maschinenlesbaren Code. Das ist die Basis für das Internet der Dinge, also für die vollständige Vernetzung aller Maschinen, sowie für das damit in Verbindung stehende Geschäft mit Big Data. Aus der aktuellen Entwicklung entstehen eine Vielzahl an Fortschritten, von denen man bislang kaum zu träumen gewagt hätte. Auch im Bereich der Musikinstrumente. Das betrifft zum Beispiel die von uns eingangs diskutierte Schlüsseltechnologie der Bedienoberfläche. Denn sowohl die Gestaltung des Klangs als auch des Tons durch verschiedene Effekte war schon immer eine Herzensangelegenheit der Musiker. Dies ermöglicht nun erstmals voll umfänglich das Seaboard, eine Art Klaviatur in Verbindung mit einer Software aus der Kategorie einer Digital Audio Workstation.

Zum Seitenanfang Wenn Finger auf Wellen surfen

Das Seaboard Rise: Wellen aus Silikon anstelle hölzerner Tasten

Das neuste Bedienkonzept für die Rubrik der Tasteninstrumente gibt es seit circa 2014 von Roli. Das Instrument, das heißt, genau genommen eigentlich die Bedienoberfläche hat vermutlich nicht zufällig einen ähnlich lautenden Namen wie der Oberbegriff für elektronische Tasteninstrumente Keyboard: Das Seaboard (Artikel der FAZ von 2013). Die Ähnlichkeit der Bezeichnungen ist trügerisch, denn es gilt zu differenzieren.

Die ersten 3 Buchstaben des SEAboards stehen für

  • Sensory
  • Elastic und
  • Adaptive.

Das Material dieser neuen Bedienoberfläche ist Silikon. Die Struktur an der Oberfläche entspricht dem Muster der bekannten Klaviatur. Der Keyboarder Jordan Rudess spricht daher in dem Video vom Keyboard-Form-Faktor. Aber es werden keine Hebel bewegt, sondern die Finger drücken und gleiten über Wellen. Das heißt, unter der Oberfläche befinden sich eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Sensoren für

Die beiden Ribbons ober- und unterhalb der so genannten Keywaves (Wellen anstelle von Tasten) ermöglichen eine wesentliche Steigerung bei der unmittelbaren Integration von Effekten in die Tonerzeugung. Ähnlich wie bei den Gesten auf dem Touchscreen erzeugen verschiedene Fingerbewegungen unterschiedliche Effekte. Spielte man auf einer herkömmlichen Klaviatur bislang eindimensional, indem man eben nur die Wahl hatte, eine Taste herunterzudrücken, um einen Ton zu erzeugen, so werben die Macher des Seaboards damit, dass man nun 5-dimensional spielen kann:

  1. Anschlagen = Kontaktaufnahme mit der Bedienoberfläche (Strike)
  2. Drücken nach dem Anschlagen, bereits am Keyboard bekannt als Aftertouch (Press)
  3. Seitliches Gleiten bewirkt Intonation der Tonhöhen (Glide)
  4. Auf der Taste der Länge nach Schieben = der Wechsel zwischen 2 Samples (Slide)
  5. Loslassen der Bedienoberfläche (Lift)

All diese Eigenschaften kann man mittels Parametern über eine Digital Audio Workstation (DAW) vielfältig einstellen, speichern und nachträglich bearbeiten. Mit entsprechenden Sounds verbunden gelingt es somit erstmals zumindest mit einer Art von Tasteninstrument das Streichen von Saiten oder das Anblasen von Blasinstrumenten und somit die bislang einzigartige Artikulation akustischer Instrumente originalgetreu zu imitieren. Mit der Bedienoberfläche des Seaboards und der dazu gehörenden Software bekommen also zuerst einmal die akustischen Melodieinstrumente digitale Konkurrenz.

Zum Seitenanfang Erwartet uns jetzt eine rosige Zukunft?

Aber...

Wie reagieren zum Beispiel Klavierspieler, wenn ich ihnen im Rahmen des Klavierservice begeistert von den neuen Möglichkeiten berichte? Ohne lange nachdenken zu müssen, sind sie alle der Ansicht, dass sie sich bislang schon von der eindimensionalen Spielweise der herkömmlichen Klaviatur aufgrund des schon möglichen Spiels mit beiden Händen und somit eben mit allen Fingern alles andere als unterfordert fühlen.

Hinsichtlich eines Transfers vom Klavier spielen auf die neue Bedienoberfläche des Seaboards ist meine persönliche Erfahrung:

Zwar hat die Bedienoberfläche des Seaboards einen so genannten Klaviatur-Form-Faktor. Das heißt, es bestehen strukturelle Ähnlichkeiten zum Beispiel in der Anordnung der Keywaves und den uns bekannten schwarzen und weißen Tasten der herkömmlichen Klaviatur. Doch wer versucht, auf den Keywaves Klavier zu spielen, wird aufgrund der hohen Fehlerquote beim Treffen der richtigen Keywaves zumindest bei den ersten Spielversuchen kläglich scheitern. Schauen wir uns die beeindruckenden Demo-Videos mal genauer an, dann sehen wir, dass meist nur mit einer Hand und wenn mit zwei Händen, dann hinsichtlich der damit verbunden Fingerfertigkeit nicht sehr anspruchsvoll im Sinne von komplex gespielt wird. Aber warum ist das so? Auf den zweiten Blick erkennen wir, dass der Klaviatur-Form-Faktor sich tatsächlich mit Ähnlichkeiten begnügt. Den bereits genannten Gemeinsamkeiten stehen die folgenden Unterschiede gegenüber:

  1. Bei der vom Klavier her gewohnten Klaviatur ist der optische Unterschied zwischen Ganz- und Halbtönen deutlich. Die Ganztöne sind weiß, die Halbtöne schwarz. Mehr farblicher Kontrast geht nicht. Im Gegensatz dazu unterscheiden sich beim Seaboard Ganz- und Halbton-Keywaves farblich nur durch eine weiße Linie auf den Halbton-Keywaves. Sie sehen zuerst die Klaviatur eines Kalviers (88 Tasten), dann die Klaviatur eines Keyboards (61 Tasten) und schließlich die Bedienoberfläche mit Klaviatur-Form-Faktor des Seaboard Rise (49 Keywaves) jeweils von oben. Klavier-Klaviatur von oben Keyboard-Klaviatur von oben Seaboard Rise 49 Bedienoberfläche von oben
  2. Die Ganz- und Halbtöne unterscheiden sich bei den akustischen Tasteninstrumenten sowie beim Keyboard strukturell in der Höhe. Die Halbtöne liegen dort rund 10 mm über den Ganztönen. Der Höhenunterschied beträgt beim Seaboard jedoch nur circa 5 mm. Zuerst wieder das Bild einer Klavier-Klaviatur und dann die im Vergleich dazu unglaublich dünne Bedienoberfläche der Keywaves des Seaboard Rise 49 von vorne. Klavier-Klaviatur von vorne Seaboard Rise 49 Bedienoberfläche von vorne
  3. Die Tastenbreite beträgt am Klavier circa 22 mm. Die Keywaves des Seaboard jedoch nur 18 mm, die eigentliche Zielfläche oben auf den Wellen ist sogar nur 5 mm breit. Das Problem der Trefferquote im Zusammenhang mit der Zielfläche ist, dass ich bei Presets mit Intonation die zum angespielten Ton exakte Tonhöhe nur erhalte, wenn ich genau die 5 mm breite Zielfläche oben auf den Keywaves treffe. Treffe ich den rechten oder linken schrägen Randbereich der Keywaves, so erzeuge ich (in Abhängigkeit vom Preset) damit einen etwas höheren oder tieferen Ton, der sich wie ein Fehler anhört. Diese Fehlerwahrscheinlichkeit ist eigentlich nur dadurch vermeidbar, indem man sich auf eine Melodie- und somit eben auf eine Spiel-Hand konzentriert.
  4. Die Länge der Keywaves beträgt 12 cm, die der normalen Tasten rund 13,5 cm. Der vordere Teil des Ganztons ist beim Seaboard gleich lang wie der Halbton, nämlich 5 cm. Im Gegensatz dazu ist der Halbton der normalen Klaviatur circa 8,5 cm während der vordere Teil nur 4,5 cm lang ist. Trotzdem habe ich an der normalen Klaviatur das Gefühl, mehr Spielraum für meine Finger zu haben. Das kommt daher, dass ich beim Drücken von Ganztönen nicht auf den vorderen Teil beschränkt bin, sondern den Ganzton auch in dem Raum zwischen den Halbtönen drücken kann. Dabei dienen mir die wesentlich höheren Halbtöne als taktile Orientierung und geben meinem Fingerspiel somit Sicherheit. Beim Seaobard kann ich zwar beim Drücken der Ganztöne auch den Raum zwischen den Halbtönen nutzen. Doch verhindern dort entsprechende Höhenunterschiede zwischen den Tasten eine taktile Orientierung als Grundlage für die Bewegungsführung, um im Endergebnis möglichst immer präzise Töne zu erzeugen. Für die herkömmliche Klaviatur ist die Länge des Hebels und somit der Taste eine wesentliches Kriterium für das Dynamikspektrum und somit für die Spielart. Das ist beim digitalen Seaboard natürlich nicht der Fall. Daher käme man hier grundsätzlich mit einer kürzeren Fläche der Keywaves aus. Doch mit der kürzeren Länge der Keywaves verbunden verringert sich eben die Trefferfläche. Das Problem mit dem Treffen der richtigen Keywaves erkennt man in den Demo-Videos daran, dass sich die Spieler sogar beim Spiel mit einer Hand nach meiner Beobachtung darum bemühen, die Hand vorschriftsmäßig ganz gerade vor die Keywaves zu setzen. Große Griffweiten finden aus dem hier genannten Grund nicht statt. Komplexe Akkorde werden nicht gespielt. Bedienoberfläche des Seaboard Rise 49 von der Seite betrachtet
  5. Ober- und unterhalb der Keywaves befindet sich beim Seaboard je ein 2 cm breites Ribbon, also eine weitere anspielbare Sensorfläche, die wiederum den Zugang zu ganz anders gearteten Spielweisen eröffnen.
  6. Der Vollständigkeit halber muss man hier natürlich darauf hinweisen, dass der grundsätzliche Unterschied, nämlich Töne in der Tonhöhe variieren zu können, bei der herkömmlichen Klaviatur entweder bei der akustischen Variante komplett fehlt oder am Keyboard über ein so genanntes Pitchrad erst nach dem Drücken/Finden der richtigen Taste erzeugt wird. Im Gegensatz dazu ist die Intonation beim Seaboard als eine Möglichkeit direkt in der Sensorik der Keywaves angelegt. Der Umgang mit dem Potenzial der Intonation ist für den Klavierspieler ein völlig neues Thema, mit dem man sich erst einmal in der Praxis lernend auseinandersetzen muss.

Auf einer Vielzahl von Tasten oder Wellen mit einer besonderen Struktur muss man sich orientieren. Beim Klavierspiel ist es jedoch traditionell verpönt, auf die Tasten zu schauen, sich also optisch zu orientieren. Daher verwenden viele intuitiv den Trick, mit dem Fingern den Kontakt zu bestimmten Tasten zu halten, um sich somit taktil orientieren zu können. Wenn wir diesen Trick beim Seaboard anwenden, laufen wir Gefahr, durch diesen Kontakt zur Bedienoberfläche ungewollte Töne zu erzeugen. Das heißt, man muss den Kontakt der Finger zu den Keywaves komplett lösen - und sich dann eben doch optisch orientieren. Die optische Kontrolle scheint jedoch für die Präzision eines schnellen Fingerspiels nicht genau genug zu sein. Daraus resultiert die höhere Fehlerquote in der Präzision, wenn man versucht, schneller zu spielen beziehungsweise komplexere Muster wie beim Klavierspiel zu realisieren. Daher wird in den Demo-Videos auch nur in kurzen Sequenzen das schnelle Spiel mit einer Hand demonstriert. Im Wesentlichen erlebt man dort den Mehrwert des 5D-Touch für das Expression-Spiel, und das heißt, der Ausdruck wird mittels der Effekte

  • Vibrato,
  • Intonation sowie
  • dem Verändern des Klangs

auf länger gehaltenen Tönen akzentuiert. Klavierspiel sieht einfach anders aus. Im folgenden Video sehen und hören Sie die Konzertpianistin und Bewegungsphysiologin Henriette Gärtner 2010 bei einem Konzert in London. Sie spielt die Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Carl Tausig:

Kleiner aber wichtiger Exkurs: Es ist anzunehmen, dass unterschiedliche Bedienoberflächen die damit gespielte Musik beeinflussen. Die auf Lautstärke, Schnelligkeit und Komplexität des 10-Finger-Spiels ausgelegte herkömmliche Klaviatur des Pianofortes hat daher eine entsprechende Musik erzeugt. Das Seaboard mit seiner neuen Bedienoberfläche und den zeitgemäßen digitalen Möglichkeiten wird daher vermutlich einen andere Art von Musik begünstigen. Eine derartige Überlegung ist durchaus legitim. Doch es besteht die Gefahr, dass die Alternativen auf das Muster des ausschließenden Entweder-oder reduziert werden. Das entspricht nicht dem von uns eigentlichen erwünschten Mem, besser sein zu wollen. Dieses Mem fordert uns heraus, das integrierende Sowohl-als-auch anzustreben. Unserem Anspruch folgend lautet unser Wunsch, dass wir von neuen Varianten des Pianos den bisherigen Leistungsumfang angereichert mit neuen Möglichkeiten zur Gestaltung des ausdrucksstarken, da gefühlvollen Spiels erwarten.

Fortsetzung: Das Fühlen der Finger als Teil der menschlichen Sensorik spielt auch bei der taktilen Orientierung im Spiel auf dem Seaboard eine wichtige Rolle. So können sich die Finger aufgrund der deutlichen Höhenunterschiede bei der herkömmlichen Klaviatur besser orientieren. Diese Form der räumlichen Orientierung scheidet dagegen beim Seaboard nahezu vollständig aus. Betrachtet man in dem Zusammenhang die zahlreichen Demo-Videos, so fällt häufig eine gewissen Unsicherheit der Seaboard-Spieler auf. Die Beschränkung auf einfache Melodien sowie auf Intervalle anstelle von komplexen Akkorden hat vermutlich mit dem Fehlen der bislang gewohnten Orientierungspunkte auf der Bedienoberfläche zu tun.

Das völlig anders geartete Material sowie die farblichen und strukturellen Unterschiede der Bedienoberfläche des Seaboards erfordern eine andere Herangehensweise, die man sich erst einmal erarbeiten muss. Alternativ zu der uns bislang bekannten komplexen 10-Finger-Spielweise eröffnen sich auf der Silikon-Oberfläche der Keywaves für die beiden Hände ganz neue und vor allem bislang unbekannte Möglichkeiten, Klang- und Tonfolgen zu erzeugen. Doch die Kombination der bisherigen Spielweise mit den neuen Gestaltungsmöglichkeiten ist (noch) nicht in dem bislang gekannten Maß an Komplexität möglich. Hier wäre eine Steigerung der möglichen Komplexität des Spiels durch eine Annäherung an das bislang gewohnte Muster wünschenswert.

Das Seaboard ist ein Masterkeyboard. Das heißt, die Hardware braucht für die Klangerzeugung eine Software. Die neuen 5 Dimensionen des Seaboard-Spiels kann aber im Moment nur mit der neuen Digital Audio Workstation (DAW) von Bitwig in vollem Umfang aufgezeichnet und bearbeitet werden. Die von Roli mit dem Kauf eines Seaboards vermittelte Version der DAW von Bitwig installiert sich auf meinem PC unter Windows 8.1 jedoch ohne Icons in der Bedienoberfläche und ist somit nicht wirklich bedienbar. Das erstaunt den Support von Bitwig, (Hallo Dominik!) aber ihm fällt dazu nicht nur keine Lösung ein, sondern er antwortet auf weiteres Nachfragen gar nicht mehr. Meine daher an Roli gerichtete Anfrage (Hi Jared!) hinsichtlich einer Problemlösung wurde so beantwortet, dass ich mich doch an Bitwig wenden solle. Vermutlich ist es nicht Roli, sondern lediglich der Support der Firma, der die Abhängigkeit der eigenen Hardware von einer entsprechend leistungsfähigen Software übersieht. Die von Roli mitgelieferte Software Equator ist nicht imstande, musikalische Einspielungen aufzuzeichnen, sondern lediglich um Presets zu erstellen. Und wie sieht es mit anderen DAWs aus? Wie oben angeführt ist Bitwig im Moment die einzige DAW, die den vollen Umfang des 5-Dimension-Touch des Seabord abbilden kann. Nicht einmal Cubase als das Flaggschiff der DAWs kann in diesem Punkt bislang (Stand Juli 2016) mithalten! Meine diesbezügliche Anfrage an Steinberg über Twitter vom 30.06.2016 wurde bislang nicht beantwortet. Dass Steinberg in diesem Punkt dem jungen Marktteilnehmer Bitwig hinterher hinkt, ist insofern erstaunlich, da Cubase von der ursprünglich deutschen Firma Steinberg Media Technologies produziert wird, die seit 2004 eine Tochter von Yamaha ist. Diese Verbindung zwischen einem Musik-Bearbeitungs-Software-Hersteller (Steinberg) und einem Hardware-Hersteller (Yamaha) liefert uns wiederum den Hinweis, dass im Rahmen dieser Neuentwicklung selbst das Marketing eines großen Namens wie Yamaha ins Stocken gerät. Die Frage, warum das so ist, warum also Yamaha nicht offensiv einen neue Entwicklung aufgreift, weiterführt und in die bestehenden Möglichkeiten integriert, muss dringend gestellt werden. Denn aus der Antwort geht hervor, dass Yamaha als Weltmarktführer im Bau akustischer Pianos kein Interesse an einer Entwicklung haben kann, die einen konkreten Angriff auf die begrenzten Möglichkeiten des Klavierspiels darstellt!

Für die vom Stillstand betroffenen Musiker bedeutet das letztendlich: Wer auf eine Weiterentwicklung der großartigen Innovationen vom Hammerklavier über das Pianoforte zu unserem heutigen Hochleistungs-Flügel mit Repetitionsmechanik setzt, der darf nicht auf die bereits existierenden Big Player im Markt warten. Wer eine revolutionäre Entwicklung erwartet, muss auf kleine, neue Anbieter hoffen, die durch den Stilltand der marktbestimmenden Kräfte in die sich öffnenden Lücken eindringen und so die für jeden Markt letztendlich tödliche Gesamt-Markt-Verwaltung der heute noch großen Anbieter als Chance für die längst überfällige Revolution der Musik nutzen.

Fazit: Das Seaboard läuft Gefahr, eine Randerscheinung zu bleiben. Die neue Komplexität der 5 Dimensions of Touch muss gut organisiert und reduziert werden. Eine zu hohe Fehlerwahrscheinlichkeit von komplexeren Spielweisen hält wahrscheinlich viele Musiker vom Einsatz bei Live-Events ab. Das Seaboard könnte in den Büchern der Musikgeschichte verschwinden, falls niemand die kritischen Impulse aufgreift, verfeinert und praxistauglich verändert. Die Hauptzielgruppe für das Potenzial der 5 Dimensions of Touch sind selbstverständlich die bisherigen Klavierspieler und Keyboarder. Daher ist das Thema vor allem für die Hersteller dieser Instrumentengruppen von Interesse. Es ist kaum anzunehmen, dass sich ein Streicher beziehungsweise Bläser über eine Art Klaviatur etwas noch einmal erarbeiten will, was er eh schon kann. Ganz im Gegenteil verfügen die Musiker aus diesen Bereichen bereits über die Erfahrung im Umgang mit den Möglichkeiten der Intonation. Sie wissen schon, dass es mehr Sensibilität und somit auch mehr Aufmerksamkeit erfordert, wenn man ständig um die Feinheiten der Tonhöhen ringen muss. Gerade daher schätzen Bläser und Streicher häufig eine herkömmliche Klaviatur aufgrund der dort bestehenden Einschränkung, darauf nicht intonieren zu können, und es folglich auch nicht zu müssen. Mit anderen Worten: Die Eigenschaft, zwischen den unterschiedlichen Konzepten willkürlich wechseln zu können, wäre ein Musiker begeisterndes Leistungsmerkmal. Wer schon gestern am Keyboard intonieren wollte, der konnte das mittels dem bereits erwähnten Pitchrad mit 100% Erfolgsquote (Video Billie Jean on BBC Proms mit Cory Henry am Mini-Moog-Synthesizer). Da es hier thematisch um die Bedienoberfläche als Schlüsseltechnologie für Musikinstrumente mit komplexer Spielweise geht und wir festgestellt haben, dass die Hauptzielgruppe einer Bedienoberfläche mit Klaviatur-Form-Faktor die Klavierspieler und Keyboarder sind, muss ich die Bedienoberfläche des Seaboard Rise 49 wie folgt beurteilen:

Die klassischen Orientierungspunkte für Klavier- und Keyboard-Spieler sind im Seaboard Rise äußerst unzureichend realisiert. Der Höhenunterschied zwischen den Ganz- und Halbton-Keywaves ist zu gering, um für die taktile Wahrnehmung ausreichend zu sein. Der Farbkontrast zwischen Ganz- und Halbtönen besteht lediglich in einer dünnen weißen Linie auf den Halbton-Keywaves und ist somit für die optische Wahrnehmung keine wirkliche Hilfe. Da die Keywaves nicht nur die 5 mm breite Zielregion oben auf den Keywaves, sondern links und rechts davon noch einmal jeweils circa 6 mm breite Kontaktzonen der aufsteigenden beziehungsweise abfallenden Welle besitzen, die je nach eingestelltem Preset funktionelle Eigenschaften aufweisen, wäre es im Interesse des Erfolgserlebnisses unserer Hauptzielgruppe sinnvoll, diese auch farblich eindeutig unterscheidbar hervorzuheben. Wirf man jetzt noch einmal einen Blick auf die Bedienoberfläche des Seaboard Rise 49, dann handelt es sich nicht etwa um eine unscharfe Aufnahme sondern um ein Abbild, das unter dem Gesichtspunkt der unterscheidenden Wahrnehmung sehr bescheiden ist:

Seaboard Rise 49 Bedienoberfläche von oben

Wer also jetzt schon ein Seaboard Rise gekauft hat, besitzt ein interessantes (und relativ teures) Spielzeug mit Nachbesserungsbedarf seiner Bedienoberfläche. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Ihnen Roli aber kein Update der Hardware zum Umtausch anbieten. Scheinbar zufällig da zeitnah zum Erscheinen dieses Erfahrungsberichts der Klavierstimmerei Praeludio® erhielt ich von Roli per E-Mail die neue Information (Stand Juli 2016), dass es nun auch möglich sei, das Seaboard zu mieten. Allerdings besteht das neue Angebot vorerst nur für Kunden in USA. Das ist immerhin die richtige Reaktion auf das Feedback des Marktes, das nämlich besagt, dass es sich bei dem Seaboard um eine Hardware handelt, die noch am Anfang ihrer Entwicklung steht! Im Interesse des Erreichens von nutzerfreundlichen Ergebnissen wollen wir im nächsten Schritt gemeinsam untersuchen, was die eigentlich für die Klavier- und Keyboard-Spieler zuständige Klavierindustrie mit der Vorgabe der 5 Dimensions of Touch anfangen könnte. Das Ziel besteht darin, den vom Endkunden erwarteten, da vom Hersteller Roli über den Klaviatur-Form-Faktor suggerierten Eindruck erfüllt zu bekommen, dass man auf dieser Bedienoberfläche sowohl spielen kann wie auf einer herkömmlichen Klaviatur, als auch die ersehnten Effekte der Ton- und Klangbeeinflussung zur Verfügung stehen.

Lassen Sie mich dennoch auf einige bereits existierenden Demo-Videos verweisen, in denen Profis, die sich im Auftrag von Roli und somit bezahlt bereits auf die neue Bedienoberfläche des Seaboards intensiv einstellen konnten, die Möglichkeiten des neuen Instruments aufzeigen. In dem hier folgenden Beispiel demonstriert Cory Henry, der Jazz-Organist und -Pianist ist, dass er nicht nur ein Multi-Tasteninstrumente-Spieler sondern auch ein sensibler Multi-Instrumentalist ist, denn er spielt im Rahmen einer Jam-Session mit einem Schlagzeuger auf dem Seaboard die Rolle eines Bassisten:

Im nächsten Video von 2016 im Rahmen der NAMM Show demonstriert der Pianist Heen Wah den neuen Trend, dass wir uns in Zukunft nicht mehr auf passive Musikkonsumenten reduzieren lassen, sondern stattdessen Musik zunehmend selbst machen werden - und zwar die eigene Musik! Dazu bedient sich Heen Wah nicht nur des Seaboards, um damit möglichst vielfältige Klangmuster einspielen zu können, sondern er nutzt eine so genannte Loop-Station, mit der er Schleifen (Loops) einspielen und abspielen lassen kann:

Im nächsten Video eines Stücks namens Lingus von 2015 zeigt Cory Henry erneut, über welch außergewöhnliche Fähigkeiten er verfügt, wenn er wie hier gleichzeitig mit der linken Hand einen akustischen Flügel und mit der rechten Hand ein Seaboard spielt. Außergewöhnlich daran ist, dass die beiden Instrumente zwar eine identische Struktur, jedoch bedeutende Unterschiede in der Bedienoberfläche aufweisen, wie ich es oben beschrieben habe:

Für Musikfreunde empfehle ich die Originalaufnahme von Lingus 2014 eingespielt von der Gruppe Snarky Puppy, in einem Aufnahmestudio mit Publikum. Der Höhepunkt der Aufzeichnung ab Minute 4:30 besteht in einer Art Keyboard-Solo, gespielt von Cory Henry, das vom Schlagzeuger und Bassist begleitet wird.

Zum Seitenanfang Wie kann man das ursprüngliche Mem wiederbeleben? Sehnsuchts-Marketing

Kleines Marketing für Klavierbauer

Anfangs haben wir Begriffe wie zum Beispiel den Klavierbauer neu definiert. Herausgekommen ist, dass Klavierbauer Tasteninstrumentehersteller sind und die Bedienoberfläche somit die Schlüsseltechnologie darstellt. Im Rahmen dieses Oberbegriffs stünden unseren Klavierbauern eigentlich alle Kombinationen an Klangmöglichkeiten offen, solange zumindest ein Klaviatur-Form-Faktor erhalten bleibt. Doch diese Chance auf Vielfalt haben sich viele Klavierhersteller in Deutschland selbst verbaut. Im Streben nach Mehrwert hat man eine Art Berufsbezeichnung ausgewählt, die eine Mischung aus dem international üblichen Namen für das Klavier und seinem Herstellungsprozess ist: Aus den schlichten Klavierbauern in den Klavierfabriken wurden die viel edler klingenden Piano-Manufakturen. Historisch gesehen steckt schon in dem Begriff Piano, der sich auf die ursprüngliche Bezeichnung Pianoforte bezieht, ein konkreter Mehrwert. Denn aus dem 1709 erfundenen Hammerklavier, bei dem im besten Fall belederte Holzkerne gegen die Saiten schlugen und dabei keinen schönen Klang erzeugten, wurde erst Anfang 1800 das Pianoforte, als nämlich Henri Pape ein Patent dafür entwickelt hatte, wie man das damals neue Material Filz über den Holzkernen der Klavierhämmer befestigen konnte. Der Wechsel der Bezeichnung für die Kategorie der Tasteninstrumente mit Hammermechanik charakterisiert diesen für die weitere Entwicklung ganz wesentlichen Mehrwert-Prozess. Denn der nun erzeugte Wohlklang der Pianohämmer mit dem elastischen Oberflächenmaterial ermöglichte dem Pianoforte einen unglaublichen Aufstieg. Erst im Zuge der Internationalisierung des Namens reduzierte sich die vollständige Bezeichnung Pianoforte auf das Piano.

Der zweite Teil der Bezeichnung, nämlich die Manufaktur bezeichnet wie schon erwähnt den Herstellungsprozess, der im Gegensatz zu den modernen Klavierfabriken in Japan, konkret bei Yamaha, scheinbar ausschließlich die Handarbeit favorisiert. Damit verbunden ist die Vorstellung, dass man für Handarbeit Fachleute benötigt, die das Klavier nach allen Regeln der Kunst bauen. Fachwisssen gepaart mit fachlichem Können kostet am Ende natürlich mehr. Wenn man diese Geschichte erfolgreich vermittelt, hat man schon einen Mehrwert geschaffen. Das ist eine Technik des Marketings, die man Storytelling nennt. Natürlich ist die Geschichte ein Märchen. Schon lange verfolgen auch die Klavierbauer das (fantasielose) Prinzip der Gewinnoptimierung durch Einsparung. Zuerst sparte man am Material. Daraufhin gab es ein neues Modell, nämlich das so genannte Kleinklavier. Dann wurde an der Qualität gespart. Das Ergebnis war der Euphemismus des so genannten Brillanten Klangs. Schließlich verlagerte man die Produktion so weit wie möglich in Billiglohnländer. Teure Fachleute passen nicht in dieses Konzept.

Das Problem ist nun, dass sich diese scheinbar mehrwertigen Pianoforteverfertiger damit aber den Zugang zu der gesamten Bandbreite der Klangmöglichkeiten in Verbindung mit einer Klaviatur verbaut haben. Denn sie sind festgelegt auf das Piano im Sinne eines Pianoforte, das eine Hammermechanik besitzt. Bei dieser Art von Musikinstrument schlagen Klavierhämmer gegen Saiten, die über einen hölzernen Klangkörper gespannt sind. Doch das Muster dieses Instruments wird in Zukunft nicht mehr den Ansprüchen der Menschen genügen, deren gesamte Lebenswelt digitalisiert wird. Die bisherige Klientel weiß um die Möglichkeiten, die es in anderen Bereichen schon gibt. Sie werden sich nicht mehr mit den heutigen Standards zufrieden geben. Die Ansprüche werden rasant steigen. Diesen neuen Mehrwert gilt es zu leisten.

Der Weg zum i-Piano als einem umfassenden Kreativspielplatz könnte über die die Aufgabe der Beschränkung auf das Pianoforte sowie über einen veränderten Geist im Unternehmen gelingen. Dieser neue Geist muss das alte Mem wieder aktivieren, nämlich Produkte schaffen zu wollen, die besser sind als das, was es heute schon gibt. Das bedeutet ganz selbstverständlich, dass man sich darum bemüht, die zeitgemäßen Möglichkeiten in die bereits bestehenden Konzepte zu integrieren. Um eine leere und offene Zukunft zu gestalten, braucht es einen Traum, eine Vision. Vorstellungen von einer idealen Zukunft werden von Sehnsüchten erzeugt. Der nicht wirklich ausgesprochene Wunsch der Menschen, die bei einem Musiklehrer einen Vertrag unterschreiben, lautet: Die eigenen Gefühle über ein Musikinstrument ausdrücken können. Mit der Grammatik und dem Wortschatz der Musiksprache wollen sie sich frei über verschiedene Themen musikalisch austauschen. Den Emotionen mehr Raum zu geben, das ist die Sehnsucht dahinter. Dazu braucht es Musikwerkzeuge, wie ich sie bereits beispielhaft als i-Piano formuliert habe. Ferner braucht es natürlich Musikpädagogen, die uns in ihrer neuen Funktion als Piano-Coach in Projekten immer wieder ein Stück auf diesem Weg begleiten. Dass dieses Ziel und der Weg dorthin keine weltfremde Fantasie ist, zeigen die bereits existierenden Beispiele des Seaboards mit den umfassenden Möglichkeiten der 5 Dimensions of Touch auf einer Bedienoberfläche mit einem noch nicht wirklich erreichten Klaviatur-Form-Faktor sowie ein 2016 noch junger Musiker, der mit der liebevollen Unterstützung der alten Meister ganz im Geiste von Piano-Coaches auf einen wunderbaren Weg gebracht wird. Dabei integriert er als Multi-Instrumentalist - der sich übrigens alle Instrumente ohne Lehrer selbst beigebracht hat - sowohl das traditionelle Können des Musizierens als auch die zeitgemäßen Möglichkeiten, so dass er als Alleinunterhalter auftreten kann, aber eine ganz Band aus hochkarätigen Einzelmusikern repräsentiert: Jacob Collier.

Ein letzter − nein, mein bester Tipp zum Marketing: Wenn wir auf dem Markt erfolgreich sein wollen, dann genügt es nicht, nur Marketing zu betreiben. Wir müssen eine Revolution anstreben. Nur dann ist uns der Erfolg sicher! Wie das gehen kann? Nun, die Welt ist gerade dabei, unmenschlich zu werden. Meme aus dem gerade zu Ende gehenden Industriezeitalter konzentrieren die gesellschaftliche Energie darauf, die Maschinen immer besser werden zu lassen. Die unaufhaltsamen Trends der Automatisierung, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, des Maschinenlernens brauchen Tänzer, Sänger, Musiker und Künstler als menschlichen Gegenpol, damit die Welt nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Dieser Weg wird von einem durch entsprechende Meme geprägten Geist geöffnet, der die Hersteller von Musikinstrumenten und Pianocoaches im Gleichklang handeln lässt. So lautet mein Vorschlag für ein sich dem Gesamtmarkt zuwendendes und dabei die Herzen der musiksensiblen Menschen öffnendes Marketing. Es ist maßgeschneidert für die Musikinstrumentenhersteller, die sich bislang als Klavierbauer bezeichnet haben, und die sich jetzt vielleicht auf den Weg machen, das Marktsegment der Tasteninstrumente im erweiterten Sinn mit innovativen Angeboten anzureichern. Die Aufgabe ist klar formuliert. Let's groove!

Zum Schluss ein Dank an Roland Lamb, den Erfinder der 5 Dimensions of Touch im Seaboard. Er hat die Träume und Sehnsüchte von Musikern ernst genommen und im Ansatz realisiert. Nun sind wir alle herausgefordert, dieses Modell konstruktiv weiterzuführen, damit uns sein Nutzen im vollem Umfang zugänglich wird.

Zum Seitenanfang Wie ernst meint es eigentlich Roli mit der Zielgruppe der Klavierspieler?

Bewertung des Marketings von Roli

Das Thema des Seaboards und sein Kontext hat mich jetzt ziemlich lange und recht intensiv beschäftigt. Das bisherige Erscheinungsbild lässt sich nicht so leicht ein- und zuordnen. Hier spielen natürlich Faktoren wie die eigene Erwartungshaltung, oder das von Roli suggerierte Bild eine wesentliche Rolle. Daher setzt immer wieder ein Suchen, Fragen, Nachforschen, Vergleichen ein. So ist es auch jetzt. Denn ich habe noch einmal einen Blick auf die Homepage von Roli geworfen, um den Preis für die größte Version des Seaboards mit 88 Tasten, also genau genommen die Klavierversion, zu recherchieren. Dabei ist es mir folgendermaßen ergangen:

Wer sich im Roli-Online-Store nach der großen Version des Seaboard Grand mit 88 Keywaves umschaut, der wird aus allen Wolken fallen. Denn diese Version wird ohne die Fader des Seaboard Rise 49 für schlappe 8.888,00 Euro angeboten (Screenshot vom 10.07.2016):

Screenshot Roli Online-Store Seaboard Grand Preis

Es handelt sich bei dieser Version um eine Bedienoberfläche mit dem vollen tonalen Umfang einer herkömmlichen Klaviatur. Konkret wird uns eine begrenzte Ausgabe Limited Edition als Referenz an die herkömmliche Klaviatur angeboten: Only 88 Seaboard GRAND Limited First Editions will ever be produced. Each of the 88 will be engraved with the name of a single key, in honour of the traditional piano keyboard. Wie ist dieses Produkt aus Sicht des Marketings zu bewerten? Der Preis ist ein Scherz. Ein schlechter Scherz. Denn es ist alles, nur keine echte Referenz an die 88 Tasten des Klaviers. Doch gleichzeitig vermittelt das Produkt ohne Worte den Eindruck, dass es Roli ernst meint, und sich mit seinen Modellen auf den Massenmarkt der Klavierspieler ausrichtet. Wie sieht im Vergleich dazu die Wirklichkeit aus? Vor dem Hintergrund meiner oben beschriebenen Erfahrungen und den analysierten Mängeln kann die ersehnte Käufergruppe der Klavierspieler das Seaboard Grand für die bislang gewohnte komplexe Spielweise nicht im 1:1-Transfer nutzen. Das könnte bedeuten, dass Roli dieses Manko noch gar nicht vollständig realisiert hat. Aber es ist genauso vorstellbar: Roli schwebt in völliger Selbstüberschätzung hoch über seinen potenziellen Kunden äh den Wolken... Lassen wir die Leute von Roli ruhig dort und eröffnen die intensive Diskussion unter Klavierspielern und Klavierbauern wie man den vollen Umfang der 5 Dimensionen der Spielart praxistauglich in das bereits bewährte Konzept integrieren kann!

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