Die Keyvolution nimmt Fahrt auf

Nach den ersten Erfahrungen mit dem Seaboard war klar, dass die Bedienoberfläche der bereits bekannten Klaviatur mit Tasten als Hebel möglichst nahe kommen muss, um eine echte Chance zu erhalten. Und prompt entdeckte ich die gerade entwickelten Touchkeys.

Touchkeys bieten neuen Spielraum

Die Touchkeys sind Sensoren, die auf die Tastenoberfläche aufgeklebt und über die Schnittstelle MIDI mit einem Computer verbunden werden können. An den Computer werden Steuersignale gesendet und Klänge sowie Effekte abgerufen. Sie wurden an einer englischen Universität von Andrew McPherson entwickelt und anschließend auch vermarktet. Was ich nicht wusste, war die Tatsache, dass McPherson erstmal sein eigenes MPE entwickelt und umgesetzt hatte. Und was ich dann sehr schnell herausfand, war die Tatsache, dass das Versprechen, dass man beliebig einstellbare Features für jede Taste getrennt auslösen kann, nicht zutraf. Als ich mich mit einem Hilferuf an Andrew wandte, bekam ich auch gleich eine Antwort. Diese besagte, ich müsste so genannte Expression-Maps in der von mir genutzen Audio-Software anlegen, und darüber für jede Taste die einzelnen Features festlegen. Seitdem habe ich mich dann mit Expression-Maps beschäftigt, die zwar in Cubase angeboten werden, aber ich habe auch bei keiner Fortbildung z.B. bei DVD-Lernkurse.de auch nur einen Teilnehmer erlebt, der zwar an dem Thema interessiert war, jedoch bei den Expression-Maps nicht abgewinkt hätte. Wird im Rahmen von Cubase-Tutorials überhaupt mal über die Expression-Maps referiert, dann erfolgt von mehreren Teilnehmern im Chat der Kommentar, dass dieses Feature für sie völlig neu ist und sie es logischerweise noch nie eingesetzt haben. Tatsache ist, dass die französische Firma Expressive-E das MPE-Werkzeug Touché mit Maps für alle gängigen Digital Audio Workstations (DAW) und somit nutzungsfertig ab dem 1. Tag der Lieferung zur Verfügung stellt. Das der Hersteller in seinen Werbevideos eine funktionsfähige Variante einsetzt, zeigt die zu erwartende Leistung dieser MIDI-Controller in Verbindung mit MPE auf,

aber das half mir auch nicht weiter, denn er bot mir nicht an, die notwendigen Maps für die von mir genutzte DAW bereitzustellen.

Modulares MPE-Keyboard Lumi inklusive Lernschule

Vom Seabaord her ist uns der Anbieter Roli bekannt. Roli hatte wieder einmal ein gutes Gespür für Entwicklungen, die unmittelbar vor dem Durchbruch stehen. Und so entwickelte man eine digitale Lernschule. Möglicherweise flossen in dieses Konzept die Erfahrungen vom Seaboard mit ein. Denn man entwickelte nicht nur eine Lernschule, sondern dazu passend modulare Keyboards von 2-Oktaven-Umfang, die man mittels Magneten miteinander oder auch mit so genannten Blocks (Steuererlementen) verbinden kann. Die Tasten dieser Keyboards haben eine eigens entwickelte Leuchttastenschule, die über das bisher bekannte Maß insofern hinausgehen sollen, als sie eine intuitiveres Lernen ermöglichen könnten. Die Keyboards wurden über Kickstarter zur Vorfinanzierung angeboten. Diese Idee hat mich interessiert, und so habe ich 2 dieser Keyboards, die den Namen Lumi tragen, finanziert.

2 modulare Keyboards Lumi mit Leuchttasten

Nachdem die Lumis dann auch offiziell zu kaufen waren, erfuhr die geneigte Öffentlichkeit Schritt für Schritt, dass diese Keyboards sogar MPE-fähig sind. Das hat mich geärgert, denn ich verstand diese Nachricht so, dass erst die nun neuen Lumis mit diesen Features ausgsestattet waren. Nein, das waren sie nicht. Es war nur eine ungeschickte Informationspolitik von Roli.

Nun gibt es mit den Lumis also einen weiteren Mitstreiter auf dem Weg der Keyvolution. Aber Roli hat sich bei diesen modularen Keyboards keine patentwürdige neue Technologie ausgedacht. Im Wesentlichen ging es Roli wohl darum, auf dem Markt der Musik-Lern-Apps zu partizipieren. Die MPE-Integration schien diesmal nicht wirklich wichtig zu sein. Somit muss kann man Lumi eher als ein Spielzeug, denn als Werkzeug einstufen. Natürlich hat das Spielzeug durchaus seine Berechtigung, wenn es mich nämlich zu spielerischem Lernen animiert. Und selbstverständlich muss man Einschränkungen hinnehmen, wenn man meint, sein Klavier mobil mitnehmen zu müssen. Doch worum es mir geht, ist der Punkt, einen tatsächlich qualitativ wichtigen Unterschied anzusprechen, der aktuell ein für Klavierspieler wichtiger Aspekt innerhalb der Keyvolution ist, nämlich die Spielart und das Spielgefühl der neuen Digitalpianos.

Modulares MPE-Keyboard Lumi mit Blocks

Die wahre Tastenlänge der Klaviertasten

Am Klavier bekomme ich bislang das mir angenehmste Spielgefühl, sagen die Klavierspieler im Allgemeinen. Plappern sie einfach nur eine Behauptung nach, oder hat das einen wahren Grund? Nun, der gute Grund ist die Tatsache, dass man beim Akustikpiano Tasten als Hebel für die Gewichte der Klaviermechanik bewegt. Das sind so genannte authentische Bewegungen, da wir als Kleinkinder unsere ersten Erfahrungen in der Welt gemacht haben, indem wir uns genau dieses Kraftmuster angeeignet haben, nämlich Gewichte im Schwerkraftfeld der Erde zu bewegen. Ist alles richtig eingestellt, bekomme ich eine gute Spielart und damit verbunden löst das beim Klavierspieler ein angenehmes Spielgefühl aus, das wiederum die Basis für eine gefühlvolle und ausdrucksstarke Performance ist.

Doch das Klavier täuscht uns optisch. Denn die sichtbare Tastenlänge ist nicht identisch mit der wahren Tastenlänge. Die Länge einer Taste bleibt uns verborgen. Lediglich die Bedienoberfläche ist für uns sichtbar. Diese definieren wir als Taste. Die volle Länge der Taste und deren Funktion als Hebel unter dem Spielwerk, das für jeden der 88. Töne eine eigene Tonerzeugungsmechanik bereitstellt, ist beim Klavier und Flügel hinter einem Klangmöbel versteckt ist. Dieses Möbel ist kein hinterhältiges Versteckspiel der Klavierbauer. Das Möbel, das man auch Umbau nennt, da es den Klangkörper nach vorne und zur Seite hin bedeckt, hat sich in der Hochzeit des Klavierspiels, also um 1900 entwickelt. Schließlich war Klavier nicht einfach ein Musikinstrument. Das Klavierspiel wurde benutzt, um das Bürgertum zu kultivieren. Das Ziel der hochwertigen Verpackung bestand darin, das Pianoforte im Lebensraum der gutbürgerlichen Gesellschaft zu positionieren. So kam es, dass die alten Klaviere in ein wunderbar verziertes Möbel verpackt waren. Diese Klangmöbel standen im zentralen Wohnraum an einer Stelle, die man sofort sehen konnte, wenn man den Raum betrat. Denn das Pianoforte ist seit über 100 Jahren eine Art Kulturvisitenkarte.

Der Hebel der Taste und somit die volle Tastenlänge entscheiden über die emotionale Qualität des Klavierspiels. Die Tastenlänge ist nämlich die Voraussetzung für ein differenziertes Anspielen der Gefühle. Der Hebel unter der Klaviermechanik, den wir Taste nennen, ist daher bei guten Klavieren länger als bei preiswerten Kleinklavieren. Beim Flügel sind sie länger als im Klavier, und die längsten Tasten hat der Konzertflügel.

Ganz- und Halbton auf einer Klaviatur

Als sich Bösendorfer 2007 dafür entschied, sich von Yamaha übernehmen zu lassen, glaubten viele, dass sei der Anfang für den qualitativen Ausverkauf der einstmal großen Marke aus Österreich. Daher war es ein kluger Schachzug der Japaner, als erstes einen neuen 2m-Flügel von Bösendorfer auf den Markt zu bringen, der mit den langen Tasten der Klaviatur des Konzertflügels (290 cm, 280 cm) bestückt wurde. Das heißt, die neue Geschäftsführung ließ einen Flügel konzipieren, der mit 2 Metern Klangkörper die Voraussetzung für einen ausgezeichneten Klang erfüllt, und mit der Klaviatur für die großen Konzertflügel ausgestattet das optimale Spiel auf Konzertniveau erlaubt. Damit lieferten die Japaner einen nachhaltigen Beweis, dass sie durchaus an der Entwicklung von Qualität interessiert sind.

Wenn sich Keyboard-Hertsteller in der Werbung damit rühmen, dass ihre Tasten in der Breite, Länge und Tastentiefgang den Originalmaßen von Klaviertasten entsprechen, dann bezieht man sich bei dem elementaren Kriterium der Länge lediglich auf die sichtbare Länge der Klaviertasten.

Die sichtbare Tastenlänge am Klavier

Doch erst wenn man beim aufrecht stehenden Klavier den Oberrahmen und die Tastenklappe entfernt, bekommt man die Tasten in ihrer ganzen Länge zu sehen. Und jetzt sieht man auch, was am Ende der Taste geschieht: Ein relativ komplexe Mechanik wird bewegt, an deren Ende ein befilzter Klavierhammer gegen Saiten schlägt, wodurch der Ton erzeugt wird.

Hinsichtlich des Spielgefühls in Abhängigkeit von der Länge der Tasten muss man daher unterscheiden:

  • Beim Seaboard habe ich keine Tasten, sondern eine Oberfläche aus Silikon mit Wellenformen, den so genannten Keywaves, und somit genau genommen mangels etwas zu Bewegenden auch Null Spielgefühl.
  • Bei den Digitalpianos mit einer Art von Hammermechanik bekomme ich in Verbindung mit kurzen Tasten und einem integrierten Mechanismus ein Klavier-ähnliches Spielgefühl. Die in die Taste integrierten Mechanismen dienen ausschließlich dem Erzeugen eines hochwertigeren Spielgefühls. Ansonsten haben sie keinerlei Funktion!
  • Erst beim Akustikpiano mit langen Tasten, die in der Mitte aufgehängt sind, und somit zu einem Hebel als Wippe werden, bekomme ich in Verbindung mit einer echten Hammermechanik am Ende der Taste die volle Qualität einer Authentischen Bewegung sowie deren volle Funktionalität zum Erzeugen des Tons. Die Qualität unterscheidet sich zwischen Klavieren und Flügeln noch einmal durch die Länge der Tasten sowie die Notwendigkeit, wie beim aufrecht stehenden Klavier beim Herunterdrücken der Tasten Federkräfte der Dämpfer überwinden zu müssen. Umso geringer die Widerstände im Ablauf sind, desto differenzierter gelingt die Kraftübertragung über die Taste auf das Spielwerk. Das sind die Qualitätskriterien für die Spielart eines Tasteninstruments.
Die ganze Tastenlänge einer Klaviertaste

Daher plädiere ich z.B. beim Transparent-Piano für einen durchsichtigen Oberrahmen und eine ebenso durchsichtige Hintertastenklappe, damit man beim Klavierspiel die Reichweite seiner Finger sieht. Von Sportarten mit einem Schläger wissen wir, dass der Schläger als Teil des Körpers in den Bewegungsplan integriert und gespeichert wird. Das Gleiche würde beim Klavierspiel geschehen, wenn man eben die wahre Reichweite seiner Finger, also die volle Länge der Taste inklusive des Spielwerks an deren Ende sehen könnte. Folglich gehe ich davon aus, dass sich andere, noch sensiblere Klavierspieler über diese Herangehensweise entwickeln würden, wenn man nämlich zusätzlich zu dem akustischen Ereignis auch die visuelle Dimension der analogen Tonerzeugung zulassen würde.

Transparenter Oberrahmen mit LED im Klavier

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch einmal auf die bislang beste Lösung der Kombination aus optimalen Spielgefühl und voller Funktionalität der Tonerzeugung in einem Digitalen Hybridpiano hingewiesen. Sie erinnern sich an das Modell Studio von Alpha Pianos. Hier bekommen Sie eine echte Flügelmechanik mit Filzhammerköpfen geboten, die am Ende nicht gegen Saiten, sondern gegen elastische Zungen aus Kunststoff mit einem vergleichbaren Widerstand wie Saiten schlagen. In diesen Kunststoffzungen sind Sensoren integriert, die die Anschlagsintensität messen, und dann entsprechende Samples abgerufen werden. Das ist die bereits technisch realisierte Basis bestehend aus Spielgefühl UND Funktion. Darauf kann die weitere Keyvolution (insbesondere des Akustischen Hybridpianos) im Sinne einer Erweiterung der Funktionalität aufbauen.

Im Modell Studion von Alpha Pianos steckt eine Flügelmechanik. Deren Hämmer schlagen gegen Kunststoffzungen mit integrierten Sensoren.

Bei den beiden erst genannten Beispielen der neuen Kategorie der Sensorpianos ist die gesamte Tastenlänge am Keyboard identisch mit der sichtbaren Tastenlänge am Klavier. Das KANN unmöglich eine ähnliche Spielqualität liefern. Dass ein Unterschied selbst bei den Digitalpianos erwünscht und offensichtlich auch möglich ist, sieht man dem Synthesizer Osmose auf den Screenshots von Bildern auf der Homepage sofort an.

Diese positive Entwicklung bei den Digitalpianos könnte darauf zurückzuführen sein, dass sich die Digitalpiano-Hersteller die Spielart und das damit verbundene Spielgefühl unter dem Aspekt des Mehrwerts im Vergleich zum diesbezüglich angenehmeren Akustikpiano noch einmal genauer angeschaut haben. Hatte man bislang so genannte Hammer-Anschlags-Modelle beim Digitalpiano direkt in die kurze Taste integriert,

so war man nun beim Digitalen Hybridpiano als Konsequenz der vollständigen Transformation des Akustikpianos zu Gunsten des Mehrwerts des vergleichsweise besseren Spielgefühls bereit, den großen Schritt hin zur Integration einer echten Klaviermechanik auf der Taste zu gehen. Bei den reinen Digitalpianos hat sich durch die Integration der Sensoren auf der Hardwareseite sowie des neuen, umfassenden Software-Standards für Ausdruck, MIDI Polyphonic Expression, MPE, auch etwas Wesentliches verändert. Denn die Tasten wurden deutlich länger als eben die sichtbare Bedienoberfläche der Klaviertaste, die es bislang zu kopieren genügte. Mit den längeren Tasten bekommen die Finger auf den Sensorflächen echten Spielraum. Die alte Definition für das Klavierspiel, dass man nämlich die Tasten streichelt, wird auf diesen Sensorpianos erst zu echtem Leben erweckt. Denn in Zukunft kann man diese Streichelbewegung in hörbare Effektgestaltung als Mittel des musikalischen Ausdrucks verwandeln. Die Magie der Musik und somit die Wirkung der Musik wird noch stärker werden. Gleichsam als eine akzeptable Nebenwirkung verbessern sich über die längeren Tasten die Spielart und das Spielgefühl am Digitalpiano.

Klaviatur des Synthesizers Osmose von der Seite Klaviatur des Osmose-Synth schräg seitlich

Der damit verbundene qualitative Unterschied überträgt sich auf den Betrachter ganz ohne Worte. Das mPiano verschlägt einem gar für einen Moment die Sprache, da der Atem ins Stocken gerät, wenn man das erste Mal die Homepage von alpha-pianos.com besucht und auf der Startseite nach unten scrollend das mPiano entdeckt...

Mpiano mit einer Klaviatur in revolutionärem Design

Synthesizer Osmose mit neuer MPE-Klaviatur auf Basis der Eaganmatrix

Nachdem die französische Firma Expressive-E mit Touché in den MPE-Markt geschnuppert hat, will man nun diesen Weg eine Nummer größer fortführen. Geplant ist ein Synthesizer. Er trägt den Namen Osmose. Für diesen will man eine völlig neue Klaviatur erfinden. Dazu hat man Edmund Eagan von Haken Audio zur Kooperation eingeladen. Eagan will seine Soundengine, die Eaganmatrix beisteuern.

Von Anfang an verwies Expressive-E darauf, dass man nicht den vollen Umfang der MPE-Eigenschaften abdecken wird. Das schmälerte zumindest bei mir die Vorfreude. Nach und nach kamen erste Videos von Prototypen in die Öffentlichkeit. Der Eindruck war gut, aber noch nicht atemberaubend. Erst im März 2021 erschien das erste Promotionvideo mit völlig neuen Features. Und nun bin ich mir sicher, dass der Zug der Keyvolution nicht nur fährt, sondern dass er deutlich an Geschwindigkeit zunehmen wird!

Das Design des mPiano verführt zum Tasten

Sie erinnern sich vielleicht an das MPiano. Es betrat zuerst als Mechatronik-Piano die Bühne. Es versprach ein interessanter Beitrag zur Entwicklung und Optimierung der Spielweise zu sein. Leider ist die Realisierung an der Finanzierung gescheitert. Nun nimmt der Entwickler Mario Aiwasian einen neuen Anlauf und hat das MPiano neu gestaltet. Das fällt auf den ersten Blick überhaut nicht auf. Alles scheint wie vorher geblieben zu sein.

Das mPiano ist im Kern exakt das, was ein Klavier sein soll, nämlich eine Klaviatur als Bedienoberfläche für gleichzeitig komplexes wie gefühlvolles Musizieren. Die Klaviatur des MPianos hat es aber in sich. Das sieht man zum einen sofort an der Länge der Tasten. Ursprünglich hatten die Tasten trotz ihrer Länge lediglich die für alle Tasteninstrumente vermutlich durch Normen definierte Bedienoberfläche von ein paar Zentimetern am Anfang der Tasten.

Tasten des Mechatronikpianos

Nun aber wurden die Halbtöne so verändert, dass sie nach diesen paar Zentimetern fließend auslaufen, die beschränkte Bedienoberfläche also auf die gesamte Länge der Taste ausgedehnt worden ist.

Mpiano mit neuem Tasten-Design

Geht man davon aus, dass beim mPiano die gesamte Tastenoberfläche mit Sensoren ausgestattet ist, bietet diese gigantische Spielfläche auslaufenden Tasten-Streichel-Bewegungen einen total sinnlichen Raum an. Das ist Verführung pur - wenn nämlich nicht nur Streichelbewegungen stattfinden, die in uns das Hormon Oxytocin produziern, uns also merklich sensibilisieren und dabei gleichzeitig Klangveränderungen zu hören sind, die durch diese Streichelbewegungen ausgelöst worden sind. Wenn sich also unsere innere Biologie der Emotionen 1:1 in Soundgestaltung hörbar umsetzen lässt, dann ist das der pure Wahnsinn!

Wahnsinnig könnte einen jedoch erneut das Marketing von Alpha-Pianos machen. Nachdem man nun von Österreich nach Norwegen umgezogen ist, hat man zwar einen großartigen Designentwurf geleistet. Aber es ist völlig unklar, wann das mPiano endlich seine Marktreife erlangt und zu welchen Preisen es verfügbar sein wird. Vorstellbar ist, dass ein durchaus kluger Weitblick vorschnelles Handeln verhindert, da nämlich die aktuelle Pandemie für einen sensationellen Neustart ein denkbar ungeeigneter Zeitpunkt ist.

Derartige Ungewissheiten lassen den Blick schweifen nach weiteren Alternativen. Und da sich die großen Player wie die Klavierindustrie beim Thema Hybridpiano völlig bedeckt halten, kam mir die Idee, doch mal zu sehen, ob man nicht einfach selbst sein bereits vorhandenes Akustikpiano durch die Hinzunahme weiterer Leistungsmerkmale zu einem Hybridpiano aufwerten kann. Dazu ermutige ich Sie auf der folgenden Seite.